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Dyslexie - Die Lesefähigkeit und das soziale Umfeld

Ihre soziale Umwelt beeinflusste, wie schnell sich die Lesekompetenz der Kinder entwickelte.

Eine aktuelle Studie hat die Beiträge von genetischer Veranlagung und soziales Umfeld beim Lesenlernen analysiert. Die genetische Veranlagung spielt natürlich eine Rolle dabei, wie gut Kinder anfangs lesen lernen. Nun zeigt eine neue Untersuchung an Zwillingen zum ersten Mal, dass beim Lesenlernen später soziale Umfeldfaktoren immer wichtiger werden.
„Wir müssen sozialen Einflüssen auf das Lesenlernen sicherlich mehr Beachtung schenken. Kinder können unter richtiger Anleitung und im richtigen sozialen Umfeld große Fortschritte machen, wenn sie bei der Einschulung kaum lesen können”, sagt Petrill, Professor für Entwicklung des Menschen und Familienwissenschaften an der Ohio State University in den USA.
„Die Ergebnisse zeigen, dass wir uns weiter bemühen müssen, die Entwicklung des Lesens bei Kindern so zu fördern, dass wir im starken Maße soziale Umfeldeinflüsse berücksichtigen”.
Schon frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Lesekompetenz von Kindern sowohl von der sozialen Umgebung beeinflusst wird. Doch diese Studie zeigt als Erste die relative Bedeutung des Einflusses auf die Geschwindigkeit, mit der Kinder Fortschritte beim Lesenlernen machen. Für ihre Untersuchung wählten die Forscher Zwillinge, bei denen sich der Beitrag der Genetik und Umwelt gut analysieren lässt. Zum Beispiel sind eineiige Zwillinge genetisch identisch. Wenn diese Kinder unterschiedlich gut lesen können, beweist das einen Einfluss de sozialen Umfeldes auf die Lesekompetenz der Geschwister.
An der Studie nahmen 314 Zwillinge aus dem Western Reserve Reading Project in Ohio teil. Darunter waren 135 eineiige Zwillinge und 179 Zwillingsbrüder.

Die Zwillinge nahmen ab dem Vorschulalter oder der ersten Klasse an der Studie teil. Die Lesekompetenz der Kinder wurde bei ihrer Aufnahme in die Studie und dann jährlich für zwei weitere Jahre zu Hause getestet.
Die Forscher verglichen die Testwerte der Zwillinge und werteten dann statistisch aus, wie groß der Anteil an der zunehmenden Lesekompetenz war, den genetische beziehungsweise soziale Umweltfaktoren erklären konnten.
Soziale Umwelt- bzw. Umfeldfaktoren im weiteren Sinne sind alle äußeren Einflüsse auf das Kind – darunter die Fürsorge der Eltern, wie viel ihnen vorgelesen wird, ihre Wohngegend, Ernährung und der Schulunterricht.

Die Ergebnisse zeigten, wenn Kinder anfangen zu lesen, spielen sowohl Gene als auch die Umwelt eine unterschiedlich große Rolle bei der Lesekompetenz, die von dem jeweils untersuchten Teilaspekt des Lesens abhängt. Beim Erkennen von Worten und Buchstaben

erklärte die Genetik etwa ein Drittel der Testergebnisse und die soziale Umwelt zwei Drittel.
"Aber als wir analysierten, wie die Lesekompetenz der Kinder mit der Zeit zunimmt, wurde der Einfluss der sozialen Umwelt bedeutend wichtiger als die genetische Veranlagung," sagt Petrill.
Unabhängig davon, welche Fähigkeiten die Kinder zu Beginn des Lesenlernen schon mitbrachten und welchen Einfluss die Genetik darauf hatte, zeigten unsere Ergebnisse, dass ihre soziale Umwelt beeinflusste, wie schnell oder wie langsam sich die Lesekompetenz der Kinder entwickelte”, sagt Petrill.