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Heilung ist möglich!

Unser Körper ist fähig, Krankheiten zu besiegen. Der Präventologe Hans-Peter Hepe versucht, dieses Potenzial zu nutzen – für Patienten und Gesunde.

Michael B. war von Morbus Crohn betroffen, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die ihn trotz seines jungen Alters langsam von innen auffraß. Jeder Stress führte zu neuen Schüben und verschlimmerte den Zustand weiter, und zwar massiv. Er hatte seinen anstrengenden Job als Korrespondent schon lange aufgeben müssen. Besonders prekär war, dass sein Bruder Professor der Medizin ist und ihm seit Jahren nicht helfen konnte. Er selbst hatte sich natürlicherweise viele Jahre mit diesem Thema auseinandergesetzt, unzählige Foren besucht und Fachbeiträge gelesen – ohne Erfolg. Erst in der selbstkritischen Auseinandersetzung mit Hilfe der Methode Regus mentalis hatte er für sich selbst verstanden, dass seine Krankheit nicht damit angefangen hatte, dass ihn seine Frau betrogen und sitzen gelassen, er sich deswegen wertlos und beschämt gefühlt hatte und glaubte, zu Recht auf die Frauen schimpfen zu können. Sondern damit, dass er selbst seine Frau zur Heirat gezwungen hatte, obwohl er ganz genau wusste, dass sie ihn nicht liebte. In diesem Augenblick erkannte er seinen eigenen emotionalen Anteil und konnte sich von seinen Gefühlen der Wertlosigkeit und Wut befreien.

Heilung beginnt im Kopf - nicht nur bei Patienten mit Hirnerkrankungen. Bei ihnen zeigt sich die Lernfähigkeit des Gehirns nur besonders deutlich: Zerstört ein Schlaganfall Hirnareale, übernehmen benachbarte Hirnregionen deren Funktion. Das Gehirn kuriert sich selbst, Lähmungen gehen zurück oder verschwinden sogar. Genesung geschieht hier durch Lernen und Üben. Doch Neuroplastizität, die Fähigkeit des Gehirns, sich laufend neu zu organisieren, bedeutet viel mehr: Sie gibt uns die Möglichkeit emotionale Denkmuster aufzulösen und neue Lösungen zu finden - ein Leben lang.

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Für Heilungsprozesse ist das von elementarer Bedeutung. «Einen Patienten, der nicht geheilt werden möchte, kann man nicht heilen», sagt Hans-Peter Hepe, Präventologe und Autor von Heilung aus eigener Kraft. Als Präventologe kann man lediglich die Bedingungen schaffen, die Heilung erlaubten, indem man etwa bei einem Hirnverletzten möglichst schnell mit Reha-Maßnahmen beginne. Denn jede Heilung sei letztlich eine Selbstheilung. Ohne die Fähigkeit unseres Körpers, sich selbst zu reparieren, würden Knochenbrüche nicht wieder zusammenwachsen, Schürfwunden nicht vernarben und Hirnschäden nicht kompensiert. Gelingen kann dies laut Präventologe Hepe nur, wenn der Patient seine Selbstheilungskräfte aktiviert.

Die Methode Regus mentalis basiert darauf, dass das, was wir tun, denken und fühlen, direkt und indirekt unsere Gesundheit beeinflusst. Anders gesagt, Gedanken können heilen, sie können aber auch krank machen. Dass die Prozesse im Gehirn Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben, ist bei manchen Erkrankungen offensichtlich, etwa bei Depressionen oder bei Schlafstörungen. Tatsächlich steuern mentale Prozesse Abläufe im Körper, sie verändern Hormonhaushalt, Stoffwechsel oder Immunsystem.

Meditation beeinflusst den Stoffwechsel, mildert Schmerzen, senkt den Blutdruck und lässt das Herz langsamer schlagen. Ein gutes soziales Umfeld und ein aktiver Freundeskreis erhöht die Stresstoleranz. Bewegung und Sport führt zur Ausschüttung von Endorphinen; das senkt die Schmerzempfindlichkeit, erhöht die Ausdauer und verstärkt das allgemeine Wohlbefinden. Lachen erhöht die Zahl der T-Zellen im Immunsystem und damit die Infektabwehr. Autogenes Training kann das Immunsystem ebenfalls stärken. Patienten, die an ihre Genesung glauben, bilden mehr Immunzellen. Sogar Placebos, Scheinmedikamente, entfalten eine körperliche Wirkung, wenn die Betroffenen dem Arzt vertrauen.

Der Mensch hat es selber in der Hand, zur Entstehung und Erhaltung seiner Gesundheit beizutragen. Salutogenese heißt der Fachbegriff für das Konzept, das Gesundheit nicht als Zustand, sondern als einen fortwährenden Prozess versteht. Doch wie können wir unsere Selbstheilungskräfte aktivieren, und wo liegen die Grenzen?

«Was hilft, ist für jeden Menschen anders; es kann ein Hobby sein, der Beruf, das soziale Umfeld, etwas Spirituelles, etwas Kreatives oder eine komplementärmedizinische Maßnahme», sagt Hepe, der seit 15 Jahren ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung das Selbstheilungspotenzial des Körpers mit „Heilung aus eigener Kraft -Regus mentalis“ fördert. Hepe spricht von der «Selbstkompetenz», von Hilfe zur Selbsthilfe, die es zu entwickeln gelte. Doch viele scheiterten bei der Frage, wo ihre Gesundheitsressourcen liegen, so Hepe. «Die meisten Menschen ahnen, dass sie etwas für sich tun können, aber die wenigsten wissen, was.» Ein erfahrener Arzt oder Präventologe ist in der Lage, bei der Suche nach einer Lösung zu helfen: «Man braucht so eine Art Trüffelschwein, das nach verborgenen Kräften sucht».

Hepe erzählt die Geschichte eines Patienten, der sich gleich drei Krisen auf einmal gegenübersah: frisch pensioniert und ohne alternative Beschäftigung; unglücklich in der Ehe und ohne Freunde - und an Prostatakrebs erkrankt.  «Die Frage, was ihm guttun würde, konnte er eineinhalb Stunden lang nicht beantworten. In einem letzten Versuch erkundige ich mich bei ihm nach Erlebnissen in seiner Kindheit - und finde einen guten Ansatz. Motorradfahren war in seiner Jugend das Schönste, sagt der Erkrankte, doch als verantwortungsvoller Familienvater hat er es sich dann selbst verboten. Ich motivierte den Mann, nun damit anzufangen. Ein halbes Jahr später sah ich ihn wieder und erlebte ihn total verändert.

Zu den Zeiten, zu denen er früher arbeitete, bastelt er in der Garage an seinem Motorrad und über ein Motorradverein hat er Freunde gefunden, und sein Tumor bildete sich komplett zurück. Der behandelnde Onkologe sprach von einem phänomenalen Heilerfolg».  Möglich gemacht haben die Genesung nicht ausschließlich medizinische Maßnahmen. Hepe führt den Heilerfolg auch auf die Fähigkeit des menschlichen Körpers zurück, sich selbst zu heilen. «Von alleine setze die Heilung jedoch nicht ein. Es brauche immer den Willen des Betroffenen.»

Bei schweren und chronischen Erkrankungen wie multipler Sklerose, Rheuma, Diabetes oder chronischen Schmerzen geht es jedoch meist gar nicht um eine vollständige Heilung. «Ziel ist, dass die Menschen mit und trotz einer Krankheit zu einer neuen Normalität finden und richtig mit der Krankheit leben lernen», sagt Hepe. «Verbesserungen sind immer möglich, aber die Ziele müssen realistisch sein.» So kann ein Patient nach einem Hirnschlag die Strecke, die er selbständig gehen kann, innerhalb von vier Wochen verdoppeln. Oder er kann als Krebspatient versuchen, seine Immunabwehr zu stärken.

Hans-Peter Hepe hat über viele Jahre eine Methode entwickelt, bei dem Patienten nicht nur von den schulmedizinischen Leistungen, sondern auch von diversen psychotherapeutischen Methoden profitiert - egal, ob er mit einem Beinbruch im Krankenhaus liegt oder mit einer Depression. «Körper, Geist und Seele gehören zusammen» erläutert Hepe seine Methode Regus mentalis. Dem Patienten gebe sein Angebot die Chance, «sich mit sich selbst auf allen Ebenen auseinanderzusetzen.» Er ist überzeugt, dass dies die «innere Balance» fördert und so den Heilungsprozess unterstützt.

«An erster Stelle stehen die Selbstbetrachtung und die Selbsterkenntnis», stellt Hepe fest. Was Kranken hilft, nutzt auch Gesunden. Auch sie können ihre Selbstheilungskräfte stärken, indem sie ihre persönlichen Gesundheitsquellen entdecken. «Ich mache bei meinen Teilnehmern eine Bestandserhebung», so Hepe. Das könne jeder bei sich selbst tun, indem er einfache Fragen beantworte. Wie gehe ich mit Stress um? Was trägt zu meiner Entspannung bei? Welches Hobby macht mir Freude?

Der nächste Schritt ist der schwerste - er findet im Kopf statt «Die Haltung ist entscheidend», sagt Hepe. Erzwingen lässt sich ein anderes Gesundheitsbewusstsein nicht mit Druck und erst recht nicht mit Schuldzuweisungen. In der Schule sei es ja auch so, dass der Schüler nur dann lerne, wenn er eine Atmosphäre vorfinde, die ihn dazu motiviere. Erst wenn ein Mensch motiviert ist kann er lernen, in der Jugend wie im Alter.

Ob man diesen Ansatz nun Salutogenese oder Regus mentalis – Heilung aus eigener Kraft – nennt, dahinter steckt ein neues Denken:  Im Zentrum steht nicht die Krankheit im Menschen, sondern der Mensch und sein Genesungspotenzial. Für jeden Einzelnen eröffnen sich damit Chancen, einen eigenen Beitrag zur Gesundheit oder Gesundung zu leisten. Eine Garantie auf Heilung gibt es zwar nicht, auch wenn der Wille noch so groß ist. Doch für viele Erkrankte ist das Ergebnis nicht entscheidend, sondern dass er seinen Weg gefunden hat und «andauernd unterwegs zur Heilung» ist.