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Legasthenie

Die Schwäche des einen ist die Stärke des anderen

Mehr als 5 Millionen Deutsche haben eine Lese- und Rechtschreib-Schwäche (LRS), die mit dem Begriff Legasthenie bezeichnet wird. Unter Legasthenie oder LRS wird eine mehr oder wenig massive und lang andauernde Störung der Schriftsprache verstanden und als Intelligenzschwäche gründlich missverstanden.

Als Ursache werden genetische Fehldispositionen bei der Wahrnehmungsverarbeitung angenommen.  Die Störung tritt ohne eine plausible Erklärung, wie Minderbegabung oder schlechte Beschulung auf. Damit ist eine Heilung aus therapeutischer Sicht umstritten, aber man kann die Probleme mindern. Soweit eine klassifizierte Übersicht zur Legasthenie in Kurzfassung.

Doch Legasthenie ist keine genetische Krankheitsgeschichte, sondern eine emotionale Leidensgeschichte zwischen der betroffenen Person und seinen Bezugspersonen.

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In der systemischen Beratung erkennen wir die Schwäche des Kindes als Spiegelbild der Familie. Dabei ist es von größter Bedeutung den „Spiegel-Vergleich“ richtig zu interpretieren. Halten wir einen Zettel mit dem Wort Leben in den Spiegel, so lesen wir im Spiegel auf dem Zettel Nebel. Dieser Vergleich ist durchaus symbolisch gemeint. Das Kind mit der Rechtschreibschwäche steht im wahrsten Sinne des Wortes im Nebel, wie die Eltern als Spiegelbild zum Nebel wortstark im Leben stehen. Das Kind hat sich unbewusst in die gegensätzliche Polarität zu seinen Eltern bzw. Bezugspersonen im Familiensystem bewegt.

Diese systemische Bewegung drückt sich in einer Lese- und Rechtschreibschwäche aus und ist  Teil einer spezifischen Kommunikationsstruktur innerhalb der Familie. Warum tun sich dann viele Therapien damit so schwer, das eingelöste Kind aus der Struktur auszulösen?

Erfahrungsgemäß helfen eben gute Anleitungen bzw. Tipps aus der umfangreichen Ratgeber-Sparte auch wirklich nichts. Im Gegenteil: Man fühlt sich nur noch ein bisschen schlechter. Und so wirkt Legasthenie für die rund 5 Millionen Deutschen sehr veränderungsresistent. Warum das so ist, wird verständlich, wenn wir Legasthenie einmal nicht als genetische Störung oder inneren Lebenskonflikt verstehen, sondern als eine spezifische Kommunikationsstruktur, die die Beziehungen innerhalb der Familie stabilisiert. Mit dieser ganzheitlichen Sichtweise ist nun eine Tür aufgestoßen, über deren Schwelle die Legasthenie schnell und nachhaltig ausgelöst werden kann.

Jede therapeutische Arbeit, die die hier dargelegte systemische Schwäche/Stärke-Polarität überwindet, löst den Betroffenen schnell und nachhaltig aus der Lese- und Rechtschreib-Schwäche aus.

Ein positives Selbstwertgefühl stellt einen zentralen Indikator der psychischen und körperlichen Gesundheit dar. Doch familiäre Dauerkrisen, fehlende Unterstützung, häufige Kritik oder gar emotionales Überengagement und die damit verbundenen Emotionen von Furcht, Bedrohung und Hilflosigkeit führen zwangsläufig zu erschöpfenden Erregungsmustern mit unendlichen Gedanken-kreisen und entsprechenden Stresshormonen.

„Sich ständig Sorgen machen müssen“ ist ein schmerzlicher Nährboden für Erkrankungen von A wie Adipositas bis Z wie Zöliakie. In Folge dessen überfordern kreisende Erregungszustände unser Stressverarbeitungssystem. Doch in Punkto Stressbelastung sollte eins klar verstanden werden:  Nicht unsere äußeren Lebensumstände sind Ursache für unseren Stress, sondern unsere subjektive Bewertung der Lebensumstände und den damit verbundenen Gefühlen...

  • bestimmte Situationen nicht unter Kontrolle zu haben (Kontrollverlust)
  • sich selbst nicht unter Kontrolle zu haben (mangelnde Selbstkontrolle)
  • sich nicht entwickeln zu können
  • auf sich selbst gestellt zu sein und keine Hilfe erwarten zu können

... stresst uns. Stress ist damit eine bio-psycho-soziale Belastungsreaktion, die eintritt, wenn wir einen inneren, emotionalen Reiz wahrnehmen, dass uns existenzielle Konsequenzen gefährden könnten. Dabei wird die Verdrängung von Emotionen als „derRisikofaktor“ für viele Erkrankungen angesehen, von banalen Erkältungen bis zu schwerwiegenden Krebserkrankungen. Umgekehrt gilt die Überwindung emotionaler Reiz-Reaktion-Reflexe als  „der entscheidende Schritt“ auf dem Weg zur körperlichen Gesundheit und positivem Selbstwertgefühl.

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